Evang.-ref. Kirchgemeinde Seuzach

Cornelia Sprenger

Wandern und Kultur

wandern und kultur<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>seuzach-reformiert.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>2</div><div class='bid' style='display:none;'>1441</div><div class='usr' style='display:none;'>3</div>

Ein Weltkulturerbe näher kennen lernen

Das war das kulturelle Ziel des dritten diesjährigen Anlasses von ‘Wandern und Kultur’ am 23.August 2017.
Nach einer zügigen Fahrt mit dem öV nach Uster und einem kurzen Fussmarsch wurde unsere frohgelaunte Gruppe im Buchdruckmuseum GRAPHOS von drei bestandenen Vertretern der ‘Schwarzen Kunst’ begrüsst.
Cornelia Sprenger,
Seit 2009 befindet sich in den Räumlichkeiten des alten Zeughauses Uster nicht wirklich ein Museum, sondern vielmehr ein kleiner Erlebnispark des Kulturgutes Buchdruck. Alles darf da angefasst und ausprobiert werden. Von der Höhlenmalerei bis zum Buchdruck so kann man unseren kurzweiligen Rundgang beschreiben.
Zu Beginn konnten wir uns mit der Geschichte der Schrift auseinandersetzen. Viel Interessantes entnahmen wir den zahlreichen Informationstafeln, Bildern und Dokumenten. So zum Beispiel, dass im alten Ägypten die Ausbildung zum Schreiber 12 Jahre dauerte oder dass unsere ersten Computer-Schriften eine dem Alt-Hebräisch ähnliche Form hatten.
Physisch greifbar wurde es im Bereich, in welchem wir uns mit dem Handsatz auseinander setzen konnten. Die um 1440 von Johannes Gutenberg erfundenen Blei-Lettern revolutionierten die damaligen Informationsmedien. Detailliert erklärten uns die drei Fachleute die Maschinen zur Herstellung der einzelnen Lettern. Wir sahen, wie die Bleistäbe schmolzen und konnten es riechen. Um 1400 Zeichen in die Druck-Rahmen zu setzen, benötigte damals ein Arbeiter eine Stunde. Sein Hilfsmittel, der nach einheitlichem System gefüllte Setzkasten, benützen wir heute nur noch zum Aufbewahren von Nippes.
Nach 400 Jahren Handarbeit wurde von einem Uhrmacher die erste Druck-Maschine erfunden. Solche gut erhaltenen, immer noch funktionstüchtige Maschinen waren in Aktion zu bestaunen. Darunter eine Universalpresse der USA Firma Colt, die offensichtlich nicht nur Revolver produzierte.
Zur Erinnerung an unseren Besuch durften wir das handgesetzte Model unseres Namens und eine eigenhändig maschinell gefaltete Einladungskarte mit nach Hause nehmen.

Die Fortsetzung unseres Ausfluges erfolgte per VZO Bus ans Ufer des Greifensees, den wir an Bord des kleinen Motorschiffes ‘Heimat’ in nur gerade 5 Minuten überquerten. Im Restaurant ‘Schifflände’ in Maur war unser Tisch bereits gedeckt. Durst und Hunger konnten dort aufs Vortrefflichste gestillt werden. Nach den 2 Stunden Aufmerksamkeit im GRAPHOS-Erlebnispark kamen nun auch fröhliche Gespräche und intensive Diskussionen rasch in Gang. Schon bald war aber Zeit zum Aufbrechen für den Teil ‘Wandern’. Der einfache, grösstenteils flache Weg führte uns durch die malerische Uferlandschaft und das Naturschutzgebiet in der Gegend der Naturstation Silberweide. Das hochsommerliche Wetter erforderte hin und wieder einen Halt im Schatten, was auch Zeit liess, Blumen und Wassertiere genauer zu betrachten. Vor allem Kormorane und Störche waren in grösserer Zahl zu sehen. Wir rätselten darüber, ob Letztere noch Tage zuvor in Seuzach vor dem Sturm Schutz gesucht hatten.

Die Veranstaltung war gut vorbereitet, sehr informativ und ein Genuss. Herzlichen Dank an Verena Wolfer und Hans-Peter Mathes für die Organisation. Wir freuen uns schon jetzt auf die Ausflüge von ‘Wandern und Kultur’ im nächsten Jahr.

Text: Heinrich Weber
Fotos: Brigitta Schumacher